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Dienstag, 17. Juni 2008

Ende in Sicht

Nun neigt sich mein Jahr hier zu Ende und ich hatte über so vieles berichten wollen:

über das Wochenende in einer modern-orthodoxen Familie in Yerucham (die Frau, Lea, war meine Gender und Nationalismus Lehrerin), einem Städtchen in der Wüste, welches nach diesem Besuch zu meiner liebsten israelischen Stadt erkoren worden ist: die bunte Gemeinschaft besteht aus einem Mix aus besser situierten, religiösen Familien und ärmeren Einwanderern. Die Durchmischung der Bevölkerung ist den Einwohnern sehr wichtig. So will der religiöse Teil gerade zum Ausgleich mehr säkulare Familien nach Yerucham locken... Dazu ist Yerucham in der schönsten Negev-Umgebung gelegen, so dass man am Stadtrand weit weit hinein in die Wüste schauen kann.

Über den Checkpoint Watch, eine Initiative von israelischen Frauen, wo mich ebenfalls Lea mitgenommen hat. Wieder mal in der Gegend von Hebron, bekanntes Terrain für mich. Interessant war zusätzlich, dass Lea eben orthodox (mit Rock und Hut) herumspaziert und von den Siedlern dort für eine der ihren gehalten wird. So konnten wir auch (unsere Ausweise vom Checkpoint Watch gut versteckt) in das schreckliche und unheimliche Siedlermuseum, in dem das Attentat an Juden dargestellt ist. Ausschliesslich.

Über meine „mid-year-crisis“, darüber, dass man in Israel leben kann, ohne irgendetwas mitzubekommen von der Situation an den Grenzen, in den palästinensischen Gebieten, aber auch vor Ort die Diskriminierung.

Über den wunderbaren Oman, mit seinen freundlichen Gesichtern, den vielen Indern, den sauberen Strassen, dem netten Captain Wayne und seiner Asiatischen Freundin, Muscat und Salalah – Städtenamen, die von Ferne, Düften und Orient sprechen. Und chicken biriani.

Über den schönen Norden Israels. Die Notwendigkeit, die Golanhöhen zurückzugeben – aber die Unvorstellbarkeit darüber, weil doch dort die Menschen sich auf ein ganzes Leben eingerichtet haben und einrichten.

Über die unzählbaren Besuche und Bethlehem und Ramallah – und letztens auch Jericho, Davids und meine neue Lieblingsstadt in der Westbank: einfach, schlicht, arabisch mit unaufdringlichen, freundlichen, offenen Bewohnern. Wie entspannend!!

Über Israelische Männer, welche Frau nicht einfach in Ruhe lässt, wenn sie sagt, sie hat einen Freund, sondern fragen „Where does he live?“. Über israelische Frauen, die nicht an anderen Frauenbekanntschaften interessiert sind.

Über meinen lieben, ordentlichen Mitbewohner Aviel und meine laute, unordentliche Mitbewohnerin Naama, die dennoch nett ist, aber meine Vorfreude auf meine Mitbewohnerin daheim steigert.

Über Eyal, der endlich nach 6 Monaten Australien wieder im Land ist und der mir die 3 letzten Wochen hier versüsst.

Über die Künstlergespräche für meine Ausstellung und die Gespräche mit IDF Reservisten für eine andere Arbeit.

Über das Holocaust-Seminar der Jewish Agency und mein Projekt zur Aufarbeitung zur jüdischen Geschichte im Dorf meiner Grosseltern.

Über die wunderschöne Wanderung bei Beit Shemesh mit Eric, Micha und David.

Und über all das, was ich leider nun schon vergessen habe…

Nun sind die Tage gezählt und die 14 Tage bis zur Abreise werden wie im Flug vergehen. Mein Fazit? Schwierig zu sagen in wenigen Sätzen. Ich bin um vieles bereichert, habe viel über das Leben und die Kultur hier gelernt. Aber ein Jahr ist definitiv genug und soo schnell ziehts mich auch nicht zurück. Höchstens auf die andere Seite der Greenline. Dennoch: es war gut!! Oder auch: היה טוב וטוב שהיה

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Aktuelle Beiträge

Ende in Sicht
Nun neigt sich mein Jahr hier zu Ende und ich hatte...
rakefet - 27. Jun, 21:20
Schön übrigens ...
... dass auf Deinem Blog mal wieder was Neues steht....
La_Mia - 12. Jun, 21:11
Ich!
Ergebnis: Sie haben 9 von 9 Punkten erreicht, das entspricht...
La_Mia - 12. Jun, 21:05
ablenkung: israel für...
gerade am lernen (arabisch) habe ich doch dieses mini-quiz...
rakefet - 11. Jun, 18:22
Scheleg/Schnee
Spätestens jetzt haben sich meine Gummistiefel gelohnt:...
rakefet - 31. Jan, 17:12